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Von der Burgerbraterin zur Wäschefrau

Autor: LenaSalewski | Datum: 24 September 2012, 20:10 | Kommentare deaktiviert

Ja, da bin ich wieder, aus dem tansanischen Nichts ins Internet. Mittlerweile bin ich seit einem Monat in Tansania und es gibt so viel zu erzählen, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll. Nach einem Tag in Bukoba bin ich dann nach Ntoma gebracht worden. Dort wurde ich von meiner Chefin, die ihre Ausbildung zur Krankenschwester in Deutschland gemacht hat, ist aber schon ein paar Jahrzehnte her, der Nonne Sister Grace und meiner Nachbarin Ma Lydia begrüßt und es wurde erstmal Cola getrunken und Erdnüsse gegessen. Typisch tansanisch. Später habe ich dann noch meine andere Nachbarin, die stellvertretende Chefin Ananelis kennengelernt. Wie sich später herausgestellt hat, sind das auch die wichtigsten Personen in meinem Alltag geworden. Mein Haus hat mich umgehauen, es ist für tansanische Verhältnisse fast schon eine Villa für eine Person alleine. Meine Nachbarin hat die andere Doppelhaushälfte und wohnt da mit 5 Leuten. Ich habe zwei Schlafzimmer mit 3 Betten, ein gutes Badezimmer, eine Küche mit 3 Herdplatten, einem kleinen Ofen und einem Kühlschrank. Und noch ein großes Wohnzimmer mit Esstisch und Sitzecke. Dazu noch fließend Wasser und Strom. Das Haus steht auf dem Waisenhausgelände, wo alle Arbeiterinnen des Waisenhauses ebenso wohnen, die anderen, bis auf die oben genannten sind zwischen 20 und 30 Jahre alt. Jetzt nach 3 Wochen ist so langsam Alltag eingekehrt, wenn auch noch nicht so richtig. Die Arbeit ist anstrengend, aber die Kinder sind einfach hinreißend. 2-3 Stunden lang wasche ich Wäsche (von Hand), hänge sie auf, nehme sie ab und falte sie. Das ist körperlich anstrengend, aber gut, da man sich mit den anderen gut unterhalten kann. Den Rest der Zeit verbringe ich mit Kinder bespaßen, Hosen wechseln, Stoffwindeln wechseln und füttern beziehungsweise beim Essen assistieren, Kinder auf den Pott setzen (ist auch in Swahili Pott) und Kinder waschen. Ich arbeite 7 Stunden am Tag, mittags habe ich 3 Stunden Pause, zum Kochen und entspannen. Nach der Arbeit gehe ich entweder zum Schulchor der benachbarten Schule oder gehe die Schüler einfach so besuchen. Außerdem werde ich immer wieder von meiner Nachbarin eingeladen, doch abends zum Essen zu kommen. Bei ihr ist auch allgemeiner Treffpunkt, da sie einen Fernseher hat. Letzte Woche habe ich eine Lehrerin an der Schule kennengelernt, die eigentlich Studentin aus Dar es Salaam ist. Das bedeutet, dass sie hier auch niemanden kennt und außerdem ein bisschen „westlicher“ und städtischer ist. Sie will auch gerne die Region sehen und rumreisen. Außerdem ist sie Lehrerin für kochen und kann fantastische Dinge in der Küche zaubern. Am Samstag sind wir auch direkt, mit einem anderen Studenten zusammen, in ein anderes Dorf gefahren, wo wir das Krankenhaus besucht haben, direkt ne Führung bekommen und Patienten und Personal kennengelernt. Und daneben ist ein Wasserfall, die Aussicht ist einfach hammer gewesen. So wunderschön! Dafür haben wir auch insgesamt 7 Stunden im Dalla Dalla gesessen, einem Kleinbus, der in Deutschland wohl 15 Sitze hätte. Hier habe ich aufgehört zu zählen, über 30 Mitfahrer sind es aber fast immer. Dafür haben die 7 Stunden gerade mal 2,50 Euro gekostet. Ich hatte dort auch meine erste PikiPiki-Fahrt. Das sind so Mofataxen. Ich hatte ziemlich Angst, aber der Fahrer ist extra langsam gefahren und es war nicht so schlimm wie gedacht. Jetzt habe ich schon wieder so viel geschrieben. Naja, ich hoffe, es geht euch in Deutschland allen gut. Mir geht’s super, ich könnte mir im Moment keinen besseren Ort vorstellen, an dem ich sein könnte. Ich freue mich auf alles, was ich noch so erleben werde. Was ich vermisse, sind die ganzen ungesunden Sachen wie Pizza, Miracoli, Schokolade, Chips und heute hatte ich plötzlich Heißhunger auf Cordon Bleu. Haha. Kwa heri na tutaonana! Lena ( oder auch Lina, Rena, Helena, Linda etc. wie ich hier genannt werde…)